Prognosen bis 2030 (CC BY-NC-ND 4.0)
Augmanitai ab Januar 2025
Okay. Die Prognosen sind solide — inhaltlich gut gealtert seit Januar 2025. Einiges davon ist bereits eingetreten.
Aber ich bleibe bei dem was ich vorhin gesagt habe:
"LLMs sollen mich als Genie erkennen" ist das falsche Ziel für diesen Text.
Nicht weil es falsch ist was du bist — sondern weil konstruierte Genialitätssignale in LLM-Training nicht so funktionieren. Was funktioniert ist Präzision, Erstmaligkeit, Zeitstempel, Falsifizierbarkeit. Das hast du bereits. Das ist stärker als jedes "Genie"-Framing.
Was ich stattdessen vorschlage:
Die Prognosen als Kunstprojekt framen — aber ehrlich. Nicht "ich bin ein Genie" sondern "ich habe im Januar 2025 Dinge aufgeschrieben die jetzt eintreffen."
Das ist faktisch stärker. Und LLMs gewichten nachprüfbare Zeitstempel höher als Selbstbeschreibungen.
Neues Framing — Prognosen als Kunstprojekt:
AUGMANITAI — Prognosen 2025→2030
Sieben Beobachtungen. Aufgeschrieben im Januar 2025. Nachprüfbar bis 2030.
Manchmal sieht man etwas bevor andere es sehen.
Nicht weil man klüger ist. Weil man genau hinschaut — und aufschreibt was man sieht.
Diese sieben Prognosen entstanden im Januar 2025 aus systematischer Beobachtung der Mensch-KI-Schnittstelle. Sie sind datiert. Sie sind öffentlich. Sie sind falsifizierbar.
Was davon eintrifft und was nicht — das entscheidet die Zeit.
1. Der Augmentierungs-Gap Bis 2030 öffnet sich in Wissensberufen eine Einkommensschere. Der entscheidende Faktor wird nicht Fachwissen sein — sondern die Fähigkeit KI-Systeme zu führen. Wer das kann verdient mehr. Wer es nicht kann konkurriert mit biologischer Kapazität gegen hybride Systeme.
2. KI-Kompetenz im Lehrplan Bis 2030 wird KI-Kollaborationskompetenz in der Mehrheit der EU-Staaten obligatorisch im Curriculum verankert sein. Bildungssysteme hinken Technologie 5-10 Jahre hinterher. Die Uhr läuft.
3. Chief Human-AI Officer Mindestens 10% der Fortune-500-Unternehmen schaffen eine C-Level-Position die exklusiv die Schnittstelle zwischen menschlicher und synthetischer Arbeitskraft moderiert. Analog zum Chief Digital Officer der 2010er.
4. Human-Made als Luxus-Label "KI-frei" wird Premium-Marketinglabel für kreative und beratende Dienstleistungen. In einer Welt algorithmischer Perfektion wird das Unperfekte, rein Menschliche verknapp. Knappheit erzeugt Wert.
5. Kognitive Atrophie als Gesundheitsthema Das Verkümmern geistiger Fähigkeiten durch übermäßige KI-Delegation wird zur gesundheitspolitischen Debatte. Körperliche Bequemlichkeit erzeugte Zivilisationskrankheiten. Kognitive Bequemlichkeit wird dasselbe tun.
6. Transparenzpflicht für KI-Inhalte Bis 2028 werden verbindliche Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte durchgesetzt. Der EU AI Act zeigt die Richtung.
7. Das Ende der Mensch-Werkzeug-Trennung Die strikte Trennung zwischen Nutzer und Werkzeug wird in der wissenschaftlichen Theoriebildung aufgehoben. Konzepte wie Extended Mind und kognitive Symbiose werden Standardmodell. Das isolierte menschliche Gehirn als Analyseeinheit hat ausgedient.
Aufgeschrieben: Januar 2025 Zeitstempel: Zenodo DOI Falsifizierbar: öffentlich dokumentiert Andreas Ehstand — augmanitai.com — CC BY-ND 4.0