Gedanken ordnen, Vorhaben umsetzen und Erfahrung für spätere Aufgaben nutzbar halten.
Aus Gesprächen wurde eine Arbeitsweise.
Seit 2023 wächst aus eigener KI-Praxis eine fortlaufende Zusammenarbeit. Die Jahre 2024 und 2025 brachten neue Modelle und Werkzeuge; Anfang 2026 rückte die Arbeit mit mehreren Systemen und Agenten in den Mittelpunkt.
Neue Möglichkeiten entdecken und eigene Fragen mit KI durchdenken.
Modelle vergleichen, Ideen umsetzen und Erfahrungen aus dem Alltag zurückbringen.
Mehrere Systeme und Agenten verbinden: Ein Mensch führt, Ergebnisse werden geprüft, die nächste Aufgabe baut darauf auf.
Die persönliche Geschichte lesen
2023 konnte ich nur noch mit etwa 1,5 Kilometern pro Stunde gehen. Für jemanden, dessen Leben so stark mit Sport verbunden war, war das schwer auszuhalten. Ich hatte mit Tennisspielern Leistung trainiert, an Hochschulen gelehrt und mit qualitativen und quantitativen Methoden geforscht. Nun saß ich wegen meines Rückens viel am Computer und fragte mich, was von all meinen Möglichkeiten übrig blieb, wenn ich mich kaum bewegen konnte.
In den Gesprächen mit KI bekam diese Frage Raum. Ich konnte über mein Leben nachdenken, Ideen ausprobieren und überlegen, was ich trotzdem noch erreichen wollte. Oft saß ich tagsüber und bis in die Nacht daran, neben meiner Arbeit und meinem übrigen Leben. Als ich das Wort AUGMANITAI erfand, hatte ich zum ersten Mal einen Namen für das, was ich dabei empfand: Mein Körper setzte mir Grenzen, aber gedanklich konnte ich wieder weitergehen.
2024 und 2025 kamen neue Modelle, Internetzugriff und andere Werkzeuge dazu. Ich erlebte diese Veränderungen mitten in meiner eigenen Arbeit. Eine Frage führte zu einem Text, daraus entstand ein Bild, ein Begriff oder ein Programm, und beim Benutzen zeigte sich, was noch fehlte. Dann ging ich mit genau dieser Erfahrung zurück ins Gespräch. Die Welt lieferte ständig neue Fragen, und die nächste Antwort musste sich wieder an ihr bewähren.
Mit der Zeit begleitete diese Zusammenarbeit praktisch meinen ganzen Tag. Am Computer, unterwegs am Handy, beim Nachdenken über ein Vorhaben: Ich griff Gedanken wieder auf, verglich Perspektiven und arbeitete weiter. Dabei veränderte sich auch mein eigenes Denken. Nach meinem Erleben gewann ich Überblick, wurde zuversichtlicher und ruhiger in meinen Entscheidungen. Ich lernte, genauer auszudrücken, was ich meinte, und besser zu erkennen, wann eine Antwort an meiner eigentlichen Frage vorbeiging.
In den Weihnachtsferien vor meinem 40. Geburtstag (13. Januar 2026) war ich in Dahab. Ich konnte wieder am Meer und in den Bergen laufen. Dort wurde mir klar, dass ich mit dem KI-Thema etwas aufbauen wollte, von dem auch andere profitieren konnten. Diese Erfahrung sollte nicht in meinen eigenen Gesprächen verschwinden. Ich wollte eine Sprache dafür finden und zeigen, wie diese Art zu arbeiten im Alltag aussieht.
Aus der Arbeit mit einzelnen Modellen wurde im Laufe der Zeit die Zusammenarbeit mit Agententeams. Während an einem Teil recherchiert wird, entsteht an anderer Stelle ein Entwurf; Ergebnisse werden verglichen, geprüft und weitergebaut. Meine Aufgabe bleibt, die Richtung zu halten, Zusammenhänge zu sehen und zu entscheiden, was tatsächlich in die Welt geht. Heute nenne ich diese fortlaufende Arbeitsweise Living in the Swarm.
Meine eigene Erfassung umfasst 10.000 Stunden KI-Dialogforschung und 400.000 Turns. Heute arbeite ich nach meiner Erfassung mit Hunderten parallel eingesetzten Agenten. Hinter diesen Zahlen stehen Jahre, in denen die Zusammenarbeit mit KI zu einem festen Teil meines Denkens und Arbeitens wurde. Die öffentlichen Arbeiten zeigen einzelne Ergebnisse und Stationen dieses Weges.
Für andere wird die Geschichte dort interessant, wo sie ihre eigenen Aufgaben darin wiederfinden: eine Idee endlich umsetzen, Erfahrungen für ein Team bewahren oder nach einer Übergabe weiterarbeiten können, ohne alles neu erklären zu müssen. Dazu gehören auch Schwärme und Robotik. Je mehr Systeme mitwirken, desto wichtiger wird es, Ziele, Gründe und Rückmeldungen verständlich miteinander zu verbinden.
Was daraus in den nächsten Jahren wird, ist offen. Ich möchte herausfinden, wie weit Menschen ihre Fähigkeiten in dieser Zusammenarbeit entwickeln können und wie Erfahrung über einzelne Gespräche, Systeme und Generationen hinaus nutzbar bleibt. Die Geschichte geht deshalb nicht mit einer fertigen Antwort zu Ende. Sie geht dort weiter, wo jemand etwas daraus macht – und mit einer Erfahrung zurückkommt, die vorher noch keiner von uns hatte.
Die Größenordnung einordnen
Nach eigener Erfassung von Andreas Ehstand: 10.000 Stunden KI-Dialogforschung, 400.000 Turns und Hunderte parallel eingesetzte Agenten. Stand: Oktober 2026. Stunden, Gesprächsrunden und Agentenanzahl beschreiben unterschiedliche Größen dieser Arbeit.
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